Die Federal Funds Rate (oft mit Fed Rate abgekürzt) ist derjenige Zinssatz, zu dem die amerikanischen Finanzinstitute (u. a. Banken und Sparkassen) Geld untereinander leihen, um ihre Salden im Rahmen der Mindestreserveverpflichtungen bei der Zentralbank auszugleichen. Da dies täglich geschieht, spricht man auch von overnight credit (deutsch wörtlich: Übernachtkredit). Der effektive (tatsächliche) Zinssatz kann vom nominalen abweichen, weshalb zur Steuerung und Einhaltung der als geldpolitisches Ziel formulierten nominalen Verzinsung hauptsächlich Offenmarktgeschäfte eingesetzt werden.

Wenn in den Medien davon gesprochen wird, dass die US-Notenbank (Fed) den Leitzins geändert hat, ist in der Regel die Federal Funds Rate gemeint.

Wichtige Leitzinsen (Stand: 12. März 2025)

ZinssatzHöhe
Europäische Zentralbank (gültig ab: 12. März 2025)
Einlagesatz (deposit facility rate) 2,50 %
Hauptrefinanzierungssatz (main refinancing operations rate) 2,65 %
Spitzenrefinanzierungssatz (marginal lending facility rate) 2,90 %
Schweizerische Nationalbank (gültig ab: 13. Dezember 2024)
SNB Leitzins 0,50 %
Federal Reserve System (gültig ab: 19. Dezember 2024)
Federal-Funds-Rate-Zielband 4,25 bis 4,50 %
Primary Credit Rate 4,50 %
Bank of Japan (gültig ab: 27. Januar 2025)
Overnight Call Rate 0,50 %
Bank of England (gültig ab: 6. Februar 2025)
Official Bank Rate 4,50 %
Chinesische Volksbank (gültig ab: 21. Oktober 2024)
Diskontsatz (one-year lending rate) 3,10 %
Reserve Bank of India (gültig ab: 7. Februar 2025)
Repo rate

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Vergleich mit dem LIBOR

Obwohl der London Interbank Offered Rate (London-Interbankbriefkurs, LIBOR) und der Federal Funds Rate die gleiche Funktion haben, d. h. die Zinsen bei Interbankendarlehen regeln, sind sie in einigen Punkten verschieden:

  • Der (Ziel-) Federal Funds Rate ist ein Leitzins, der durch das FOMC festgesetzt wird und die US-Geldpolitik regelt.
  • Der effektive Federal Funds Rate wird aus den üblichen Zinssätzen von Kreditinstituten, die unter der Aufsicht der amerikanischen Behörden stehen, berechnet.
  • LIBOR wird aus den üblichen Zinssätzen von Kreditinstituten in London berechnet. Dort gibt es als wesentlichen Unterschied nicht die gleiche Mindestreserveverpflichtung.
  • Federal Funds Rate wird erzielt durch Geschäfte auf dem „Domestic Trade Desk“ in der „Federal Reserve Bank of New York“ (Zentralbank von New York), die hauptsächlich mit inländischen Wertpapieren handelt (Staatsanleihen und Wertpapiere der Bundesbehörden)[3].
  • LIBOR kann, muss aber nicht verwendet werden, um Geschäftsbedingungen abzuleiten. Er steht nicht im Vorfeld fest, was aber nicht bedeutet, dass er keinen makroökonomischen Hintergrund hat.[4]

Vorhersagen durch den Markt

Eine Änderung des Federal Funds Rate beeinflusst den Wert des Dollars und die Menge an ausgegebenen Darlehen. Dies wiederum hat Auswirkungen auf neue Wirtschaftsaktivitäten (z. B. Unternehmensinvestitionen). Die Preise der Optionskontrakte, der so genannten „fed funds futures“, (gehandelt am Chicago Board of Trade) können verwendet werden, um auf die Erwartungen des Marktes, der zukünftigen Fed-politischen Kurswechsel, zu schließen. Solche implizierten Wahrscheinlichkeiten werden durch die Cleveland Fed veröffentlicht.

Aktuelle Änderungen und historischer Zinsverlauf

  • Am 22. Januar 2008 hat die Fed den Leitzins von 4,25 % um 75 Basispunkte auf 3,5 % gesenkt.[5] Die Senkung wurde durchgesetzt durch einen verschlechterten wirtschaftlichen Ausblick und einem zunehmenden konjunkturellen Abwärtsrisiko.
  • Am 30. Januar 2008 senkte die Fed den Leitzins um 50 Basispunkte von 3,5 % auf 3,0 %.[5] Das FOMC will damit ein moderates Wachstum fördern und die konjunkturellen Abwärtsrisiken mildern."
  • Am 18. März 2008 senkte die Fed den Leitzins um 75 Basispunkte von 3,0 % auf 2,25 %.[5] Hiermit soll die von der Hypothekenkrise verunsicherte US-Wirtschaft mit billigerem Geld versorgt und der drohenden Rezession entgegengewirkt werden.[6]
  • Am 30. April 2008 senkte die Fed den Leitzins erneut, um 25 Basispunkte von 2,25 % auf 2,0 %.[5] Zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed stimmten gegen diese Entscheidung.
  • Am 8. Oktober 2008 senkte die Fed im Rahmen einer konzertierten Aktion der Notenbanken weltweit den US-Leitzins um 50 Basispunkte von 2,0 % auf 1,5 %.[7]
  • Am 29. Oktober 2008 senkte die Fed die Federal Funds Rate um abermals 50 Basispunkte von 1,5 % auf 1,0 %.[8]
  • Am 16. Dezember 2008 wurde bekannt gegeben, dass das Zielband (Target Range) der Federal Funds Rate auf 0,0 bis 0,25 % festgelegt wird.[9]
  • Erst sieben Jahre später ist dieses Zielband wieder verändert worden. Am 16. Dezember 2015 wurde es erhöht auf 0,25 bis 0,5 %.[10]
  • Eine weitere Erhöhung des Zielbandes fand am 14. Dezember 2016 auf 0,5 bis 0,75 % statt.[11]
  • Am 16. März 2020 senkte die Fed den Leitzins von 1,75 % auf 0,25 %.[12]