ProSiebenSat.1: Enttäuschendes Übernahmeangebot und die Zukunft der Aktie

Die italienische Mediengruppe MediaForEurope (MFE), kontrolliert von der Familie Berlusconi, hat ein Übernahmeangebot für weitere Anteile an der deutschen Sendergruppe ProSiebenSat.1 vorgelegt. MFE, die bereits knapp 30 % der Anteile hält, bietet etwa 5,7 Euro pro Aktie – deutlich unter dem jüngsten Schlusskurs von 6,5 Euro.

Dieses niedrige Angebot hat bei den Aktionären für Enttäuschung gesorgt. Nach Bekanntgabe des Angebots fiel der Aktienkurs von ProSiebenSat.1 um bis zu 11 %, was die Skepsis der Investoren widerspiegelt. ​

MFE strebt mit dieser Übernahme die Schaffung eines paneuropäischen, werbefinanzierten Rundfunkanbieters an, um der Dominanz von US-Streamingdiensten wie Netflix entgegenzuwirken. Allerdings hat ProSiebenSat.1 in der Vergangenheit Bestrebungen von MFE, die Kontrolle zu erhöhen, widerstanden und betont, unabhängig bleiben zu wollen. ​

Analysten erwarten, dass nur wenige Aktionäre das Angebot annehmen werden, da der gebotene Preis unter dem aktuellen Marktwert liegt. ProSiebenSat.1 hat angekündigt, das Angebot sorgfältig zu prüfen, während MFE bereits Schritte unternommen hat, um ihren Einfluss weiter auszubauen. ​

Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Schritt in MFEs Strategie, ihre Präsenz auf dem europäischen Medienmarkt zu stärken, und könnte weitreichende Auswirkungen auf die zukünftige Ausrichtung von ProSiebenSat.1 haben.

Aus meiner Sicht als jahrelanger Aktionär und Administrator der Website Moneykurs.com liegt der faire Wert der ProSiebenSat.1-Aktie bei mindestens 22 Euro, insbesondere im Kontext des Übernahmeangebots. Jedenfalls hätte sich jeder Aktionär über einen höheren Angebotspreis gefreut!

Aktieninformationen von ProSiebenSat.1:

  • WKN: PSM777​
  • ISIN: DE000PSM7770​
  • Aktueller Aktienkurs: 5,75 Euro (Stand: 27. März 2025)